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Friedhof Jammertal auf dem Stadtplan anzeigen Drucken

Gedenkstätte Friedhof Jammertal

Der Ehrenfriedhof Jammertal ist einer der zentralen Gedenkorte in Salzgitter. Fast 3000 Opfer aus unterschiedlichen europäischen Nationen liegen auf dem 1943 eingerichteten Friedhof begraben.

Gestorben an den Folgen der Zwangsarbeit, KZ-Haft und menschenunwürdiger Behandlung.

Viele der hier bestatteten Menschen haben im Lager 21, dem von den Nationalsozialisten im Wald zwischen Hallendorf und Bleckenstedt eingerichteten Straflager, gelitten. Etwa tausend Häftlinge wurden dort zu Tode misshandelt.

Zunächst wurden sie auf dem heutigen Ehrenfriedhof Westerholz wenige hundert Meter nordwestlich von Hallendorf beigesetzt. Als diese Begräbnisstätte später die zunehmende Zahl der Toten nicht mehr fassen konnte, wurde in der östlich von Lebenstedt gelegenen Gemarkung Jammertal der gleichnamige Friedhof eingerichtet, auf dem vom 23. Juli 1943 bis zum 7. April 1945 2437 Beerdigungen stattfanden. Mehr als 700 weitere Todesopfer wurden zunächst auf verschiedenen Gemeindefriedhöfen im Stadtgebiet beigesetzt.

Wie viele Menschen insgesamt während der nationalsozialistischen Herrschaft in Salzgitter ihr Leben ließen, ist heute nicht mehr genau festzustellen.

Das städtische Friedhofsamt ließ während der 50er Jahre die Opfer, die zuvor auf den einzelnen Gemeindefriedhöfen bestattet worden waren, auf die beiden Ehrenfriedhöfe Jammertal und Westerholz umbetten. Auf dem Friedhof Jammertal liegen heute etwa 2970, auf dem Friedhof Westerholz, dem dort aufgestellten Ehrenmal zufolge, 857 Opfer des NS-Terrors.

Bereits im September 1946 wurde auf der Begräbnisstätte Jammertal ein Ehrenmal geweiht. Ein weiterer Obelisk enthält eine polnische Inschrift, außerdem wurde zum Gedenken an jüdische Mitbürger ein Mahnmal errichtet. Neben einem sowjetischen Mahnmal, erstellten Angehörige aus Litauen, Lettland und Estland Grabsteine. Ein Kreuz mit französischer Inschrift ist den deportierten Franzosen gewidmet.

Im Eingangsbereich des Ehrenfriedhofs Jammertal steht ein aus fünf Steinen bestehendes Mahnmal, auf denen jene Länder aufgeführt sind, aus denen die Toten stammten.

(Text-Auszug aus "Kultur-Denkmale in der Stadt Salzgitter", Hrsg. Braunschweigische Landschaft, Braunschweig 2001)

Eine Veröffentlichung über die Geschichte dieses Friedhofs, die auch eine Namensliste aller etwa rund 3000 dort Beerdigten enthält, ist 2007 von der Leiterin des Arbeitskreises Stadtgeschichte, Elke Zacharias veröffentlicht worden. (Elke Zacharias: Ein Ort mit Geschichte. "Ausländerfriedhof" Jammertal in Salzgitter-Lebenstedt. Hrsg v. Arbeitskreis Stadtgeschichte e.V., Salzgitter 2007, 123 Seiten.) Seit dem 1. November 2011 stehen auf dem Friedhof neue Informationspulte zur Geschichte der Begräbnisstätte. Außerdem befinden sich dort fünf Metallbücher, die alle bis heute bekannten Opfer auf dem Friedhof aufführen.

Weitere Informationen beim
Arbeitskreis Stadtgeschichte
Wehrstr. 29
38226 Salzgitter (Lebenstedt)
Telefon: 05341 / 44581
E-Mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik





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