Partnerschaft mit E.ON Avacon
Mitte Dezember entscheidet der Rat der Stadt Salzgitter über die geplante Fusion der Wasser- und Energieversorgungsgesellschaft Salzgitter (WEVG) mit dem Stromgeschäft der E.ON Avacon AG.
Die „neue WEVG" soll als Stadtwerk für Salzgitter und regionaler Netzdienstleister ausgebaut werden. Die WEVG liefert ihren Kunden neben Gas, Wärme und Wasser künftig auch Strom aus einer Hand. Zudem wird der Technische Netzservice der WEVG seinen Tätigkeitsbereich auch auf das Umland von Salzgitter erheblich ausweiten.
Sofern der Rat der Stadt der Fusion zustimmt, will E.ON Avacon seine Technikzentrale und die neue Netzleitwarte mit insgesamt 250 Arbeitsplätzen nach Salzgitter verlagern. Dafür soll ein Neubau errichtet oder ein vorhandenes Gebäude umgebaut werden. „Unsere hohen Investitionen in Salzgitter sind ein klares Signal für eine langfristige Partnerschaft mit der Stadt", betont Dr. Thomas König, Vorstandsvorsitzender der E.ON Avacon AG.
Oberbürgermeister Frank Klingebiel unterstreicht: „Von der strategische Partnerschaft mit E. ON Avacon wird Salzgitter in vielfältiger Weise profitieren." Er erwartet für die WEVG eine gestärkte Marktposition, weil das Unternehmen mit Blick auf die Öffnung des Gasmarktes als Komplettversorger auftreten kann. Für die Stadt rechnet Klingebiel mit einer höheren Gewinnausschüttung im Vergleich zur Nicht-Einbringung des Stromgeschäfts von bis zu zwei Millionen Euro im Jahr, höheren Gewerbesteuereinnahmen sowie einer Strategische Prämie, die vorwiegend zur Konsolidierung des Haushalts eingesetzt werden soll. Für die Arbeitnehmer der WEVG blieben die bisherigen betrieblichen, tarif- und personalrechtlichen Regelungen bestehen. Dies gelte, hob der Oberbürgermeister hervor, auch für die unternehmerische Mitbestimmung in der WEVG.
Geplant ist, dass die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft als Holding der WEVG künftig einen Anteil von 49,77 Prozent - bisher 90 Prozent - hält, E.ON Avacon 50,23 Prozent statt 10 Prozent wie bisher. Nach dem Beschluss einer Kapitalerhöhung durch die Gesellschafter bringt E.ON Avacon ihren Teilbetrieb Strom in die WEVG ein. Ihr Stammkapital beträgt dann fast 18,2 Millionen Euro.
Die Unabhängigkeit der WEVG bleibt laut Oberbürgermeister Klingebiel auch in der neuen Gesellschaft bestehen. Für einen Übergangszeitraum von zwei Jahren ist der Strombezug von E.ON Avacon als Vorlieferant vereinbart, da die WEVG die Kompetenz für die Strombeschaffung noch aufbauen müsse. Danach könne sie sowohl im Strom- wie auch im Gasgeschäft frei entscheiden. Außerdem habe die Stadt weitreichende Mitsprache- und Vetorechte in der neuen WEVG. Neben dem Aufsichtsratsvorsitz für den Oberbürgermeister wurden wichtige Entscheidungen wie der Jahresabschluss unter den Vorbehalt der Einstimmigkeit gestellt.
Die neue WEVG bietet als Komplettversorger auch für die Kunden eine Vielzahl von Vorteilen. Die Kostenvorteile aus einer Bündelung der Strom- und Gasaktivitäten werden sich für die Kunden in günstigeren Energiepreisen niederschlagen. Darüber hinaus wird die neue WEVG noch kundenfreundlicher sein, da nur einmal in Jahr abgelesen und abgerechnet wird.
Oberbürgermeister Klingebiel äußert sich positiv zu den vertrauensvollen Verhandlungen und spricht von „echter Partnerschaft auf Augenhöhe". Die WEVG bleibe in ihrer Ausrichtung weiterhin ein kommunales Stadtwerk mit einem starken Partner. Das Verhandlungsergebnis sei eine gelungene Aufteilung der Vorteile für alle Beteiligten: Die Stadt könne mehr Einnahmen erzielen, ohne Anteile verkaufen zu müssen, E.ON Avacon wachse durch die Zurechnung der WEVG-Umsätze in den E.ON-Konzern, die Kunden profitierten durch preiswerte Energie aus einer Hand, die WEVG werde im Wettbewerb gestärkt und die Arbeitnehmer erhielten positive Perspektiven, beispielsweise bessere Weiterbildungsmöglichkeiten und sichere Arbeitsplätze.

