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Schulverweigerung - Die 2. Chance

Aktuelle Schätzungen weisen darauf hin, dass bundesweit etwa ein bis zwei Prozent der Schüler an allgemeinbildenden Schulen bereits verfestigte Formen der Schulverweigerung bzw. Schulvermeidung aufweisen.

„Wie bitte? Nicht, dass ich Ihnen nicht glaube, aber ... das ist ja nicht zu fassen!" Diese und ähnliche Reaktionen bekamen die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle der Stadt Salzgitter „Schulverweigerung - Die 2. Chance", besonders in der Anfangszeit ihrer Arbeit öfter zu hören. Die besagte Mutter fiel buchstäblich aus allen Wolken, als sie telefonisch über die Fehlzeiten ihrer Tochter informiert und zu einem Gespräch mit ihrer Tochter in den Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (Jugendamt), dem das Projekt "Schulverweigerung - Die 2. Chance" zugeordnet ist, eingeladen wurde.

„Schulabsentismus" so das Fachwort, zeigt sich bei Schülern in sehr unterschiedlichen Formen: Mal zu spät zum Unterricht erscheinen, auf dem Weg zum Klassenzimmer bummeln oder einfach mit Mitschülern in der Pausenhalle „abhängen". Unentschuldigte Unterrichtsstunden und Fehltage sammeln sich an.

Das Modellprogramm „Schulverweigerung - Die 2. Chance" hat seit September 2006 seine Arbeit aufgenommen. Bundesweit sollen zunächst 1450 Schüler, die sich von der Schule losgesagt haben, beziehungsweise Ausstiegsverhalten zeigen, wieder in die Schule integriert werden. Koordinierungsstellen wurden an 78 Standorten bundesweit eingerichtet, um die Jugendlichen und deren Eltern sowohl im familiären, als auch im schulischen Bereich zu unterstützen.

In Niedersachsen befinden sich neben Salzgitter in Lüneburg, dem Landkreis Osnabrück, Wolfsburg, der Region Hannover, Holzminden, Göttingen, dem Landkreis Emsland sowie dem Landkreis Oldenburg weitere Koordinierungsstellen. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge in Berlin betreut das Programm und koordiniert die Umsetzung. Dafür wurde eine Zentrale Regiestelle eingerichtet. Diese setzt im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend das Programm um, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfond (ESF) kofinanziert wird. In Salzgitter gibt es zwei Schulen, die seit dem Stadt des Projektes "Die 2. Chance" dabei sind : Die Grund-, Haupt- und Realschule Amselstieg und die Hauptschule An der Klunkau.

An die Koordinierungsstelle können sich Rektoren, Klassenlehrer, Schulsozialarbeiter oder auch Bezirkssozialarbeiter wenden. Die Stelle stellt den Kontakt zu allen Beteiligten (Schüler, Lehrer, Eltern) her und ermittelt den Unterstützungs- und Hilfebedarf der Schüler und ihrer Familien. Als Unterstützung für die Eltern bietet die Koordinierungsstelle einen Elterncoachingkursus durch den Kooperationspartner, den freien Träger Elisabethstift, an, um diese in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Neben regelmäßigen Gesprächen bietet die Koordinierungsstelle auch Unterstützung in schulischen Belangen in Form von Hausaufgabenbegleitung.

Die Stelle „Schulverweigerung - Die 2. Chance" der Stadt Salzgitter ist mit zwei hauptamtlichen sozialpädagogischen Mitarbeitern und mit einer ABM-Kraft besetzt. Die Zusammenarbeit soll auf weitere Schulen im gesamten Stadtgebiet Salzgitter ausgeweitet werden. Hierbei können Schüler von Grund-, Haupt-, Förder- und Realschulen im Alter bis 14 Jahre, die schulverweigerndes Verhalten zeigen, das Angebot nutzen. Die Verweildauer des einzelnen Schülers im Projekt beträgt ein Jahr. Insgesamt ist eine Gesamtlaufzeit des Projektes bis 2013 als Förderungshöchstdauer möglich.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es unter den Telefonnummer 05341/ 839-4504 oder per E-Mail geschützte E-Mail-Adresse als Grafik.

Freitag, 16.11.2007




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