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Eiszeitgarten Drucken

85000-Euro-Förderung für einen Eiszeitgarten

Das Städtische Museum Schloss Salder ist seinem geplanten Eiszeitgarten einen großen Schritt näher gekommen.
Aus den Händen des Fachreferenten in der Abteilung Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Thomas Pyhel, nahm heute, Dienstag, 29. Juni 2004, Oberbürgermeister Helmut Knebel eine Förderung von 85.000 Euro entgegen. Die Gesamtkosten des Projektes werden 234.700 Euro betragen - ohne das die Stadt finanzielle Eigenmittel aufbringen muss. Für die DBU ist es die siebte Massnahme, die sie in Salzgitter unterstützt. Das Gesamtvolumen beläuft sich bislang auf 8,3 Millionen Euro. Dabei waren die 7,5 Millionen Euro für die Weiterentwicklung des Fachhochschulstandorts Calbecht das größte Einzelprojekt in der Geschichte der DBU.

Knebel zeigte sich überzeugt, dass Schloss Salder um eine große Attraktion reicher werde. Das Projekt ergänze nicht nur das Angebot des Städtischen Museums, sondern habe auch positive Wirkungen auf die Wissenschaft in der Region. Mit den Forschungsergebnissen aus dem eiszeitlichen Jägerlager im Wohngebiet Krähenriede in Salzgitter-Lebenstedt aus 1952 und 1977 ließen sich die klimatischen Verhältnisse sowie Fauna und Flora in der Stadt vor 50.000 Jahren rekonstruieren. "Dann wissen wir genau, in welcher Umwelt unser erster Niedersachse hier gelebt hat," freut sich der Oberbürgermeister.

Nach den Worten Pyhels verspricht sich die DBU mit dem Eiszeitgarten einen Lern- und Erlebnisort von rund 2000 Quadratmetern, der die Bedeutung von Natur und Klima für die Entwicklung des Menschen im eiszeitlichen Milieu
darstellt. Er werde deutschland-, vielleicht sogar europaweit einmalig sein. Auf der Basis von Erkenntnissen im Fundplatz Jägerlager lasse sich aufzeigen, welche Auswirkungen die geologische Vergangenheit auf das kulturhistorische Erbe habe und wie der Mensch die vorgefundene Umwelt bis
in die Gegenwart verändere. Das Projekt sei eine originelle und anspruchsvolle Idee, der sich die DBU auch aus besonderer Verbundenheit zu Salzgitter nicht habe verschließen können.

Die künftige Anlage will nach der Konzeption des Kulturamtes der Stadt archäologische und geologische Aspekte verknüpfen. Angelehnt an die Original-Fundstelle Jägerlager ist ein künstliches Bach-Teich-System geplant. Nachempfunden wird die Situation von Gletschern mit Endmoräne und den spezifischen Gesteinsablagerungen. Der Besucher soll bewusst den Eintritt erleben in die Eiszeitlandschaft und damit den Unterschied zwischen
Kultur- und Naturlandschaft.

Angelegt werden verschiedene Bepflanzungszonen, die sich - soweit wie möglich - beschränken auf die Kräuter, Gräser und Moose, die durch pollenanalytische Untersuchungen für Salzgitter während der letzten Eiszeit
nachgewiesen sind. Für museumspädagogische Aktionen gibt es Mitmach-Bereiche wie Feuerstellen, Kochgruben, Arbeitsareale zur Feuersteinbearbeitung oder die Nachbildung einer urgeschichtlichen Behausung. Hinzu kommen eine themenbezogene Beschildung mit Schautafeln, Broschüren und thematische Arbeitsbögen für Kinder.

Zur Erinnerung: Die DBU war 1990 aus dem Verkauf der damals bundeseigenen Salzgitter AG mit einem Stiftungskapital von fast 1,29 Milliarden Mark gegründet worden. Um den Standort der Geschäftsstelle hatte sich auch die Stadt Salzgitter beworben, in der beschlossenen Satzung wurde jedoch Osnabrück bestimmt. Gesetzlicher Auftrag der DBU ist es, mit umweltentlastenden Modellprojekten Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft außerhalb staatlicher Programme zu fördern. Sie kann diese allerdings ergänzen.
Dienstag, 29.06.2004


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